Geschichte des Moores

Das Grambower Moor im Laufe der Zeit

Das Grambower Moor liegt etwa 8 km westlich von Schwerin in einem deutlich ausgeprägten, ursprünglich abflusslosen Becken im unmittelbaren Rückland der Hauptmoräne des Frankfurter Stadiums der Weichselkaltzeit. Das Grambower Moor war ursprünglich ein See mit vielen Untiefen, der allmählich verlandete. Es bildete sich ein Verlandungsmoor. Der Übergang vom Verlandungsmoor (Niedermoor) zum Regenmoor (Hochmoor) setzte vor etwa 6 000 Jahren vor heute ein und führte zur Bildung des so genannten Schwarztorfes (stark zersetzter Wollgras-Torfmoostorf).

Das Einzugsgebiet des Grambower Moores war ursprünglich ein echtes Binneneinzugsgebiet von ca. 46 km² ohne natürliche oberirdische Abflüsse. Mit dem Bau des Ottergrabens und der Zare wurde das Grambower Moor an die Vorflut angeschlossen und entwässert seitdem in die Sude. Neben der Entwässerungsfunktion hatten die Zare und der Ottergraben im Mittelalter auch die Aufgabe, die Wasserversorgung der an der Sude liegenden Wassermühlen bei Walsmühlen zu verbessern. Auf Grund dieser Situation muss davon ausgegangen werden, dass sich der relativ geringe natürliche Abfluss aus dem Grambower Moor während des Mittelalters sogar in einem das Moorwachstum begünstigenden oberflächlichen Wasserzufluss wandelte.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts ist die natürliche hydrologische Situation durch vielfältige wasserbauliche Maßnahmen nachhaltig verändert worden. Jetzt erfolgte eine schnelle und intensive Moorentwässerung, um günstige Voraussetzungen für die Brenntorfgewinnung zu schaffen. Das gegenwärtige Entwässerungssystem für das Grambower Moor wurde in seinen Grundzügen bereits zwischen 1800 und 1840 angelegt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren das Bett der Zare und des Ottergrabens durchgehend vorhanden und die Trockenlegung endgültig eingeleitet. Von diesem Zeitpunkt an kam das Torfwachstum im Grambower Moor endgültig zum Stillstand und es setzte eine massive Bewaldung durch natürliche Sukzession ein. Trotzdem wurde von 1986 – 1988 der Ottergraben noch einmal um über einen Meter vertieft.

1990 kam das Grambower Moor als Bergwerkseigentum an die Treuhandanstalt, und die plante den weiteren Abbau von ca. vier Millionen Kubikmeter Torf auf einer Fläche von über 200 Hektar. Durch zähe Verhandlungen des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern konnte das verhindert werden.

Der Förderverein Grambower Moor e.V.

Um dem Moor wieder auf die Beine zu helfen, fanden sich daraufhin im Herbst 1992 im Grambower Schloss Naturschützer und einfach nur Menschen zusammen und gründeten den Förderverein Grambower Moor e.V. Er stellte sich zum Ziel, für die Renaturierung des Grambower Moores zu wirken und dies durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Der Förderverein übernahm dazu in den Jahren 1994 -1998 die Trägerschaft für eine ABM. Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern, die 1994 eingerichtet wurde, um geeignete Flächen für solche Naturschutzmaßnahmen anzukaufen, unterstützte das Renaturierungsvorhaben durch den Ankauf von mehr als 230 Hektar zu vernässender Fläche.

Der Naturschutz im Grambower Moor

Parallel dazu erfolgte zum dritten Mal eine Ausweisung als Naturschutzgebiet, diesmal von 567 Hektar. Bereits 1939 wurden zum ersten Mal 313 Hektar des Moores als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Trotzdem erfolgte nach dem II. Weltkrieg wieder Torfabbau. 1982 wurden abermals 123 Hektar unter Naturschutz gestellt, ohne den Torfabbau zu beenden und auch ohne auf die Unterschutzstellung von 1939 Bezug zu nehmen. Schließlich erfolgte auch noch die Ausweisung des Moores als FFH-Gebiet auf der Grundlage der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der EU-Kommission.

Die Renaturierungsarbeiten erfolgten auf der Basis eines von Dr. U. Voigtländer erstellten Wiedervernässungskonzeptes. Von den Mitarbeitern der ABM wurden von 1994 – 1998 über 140 Staue in das Grabensystem des Moores gebaut, um dem Wasser den Weg von innen nach außen zu verwehren, oder vorsichtig optimistisch ausgedrückt, ihm doch wenigstens das Abfließen deutlich zu erschweren. Die ersten Ergebnisse der Renaturierungsmaßnahmen können sich sehen lassen.

Die Mitglieder des Fördervereins sind sich aber auch bewusst, dass das optimal Mögliche noch nicht erreicht ist und setzen deshalb große Erwartungen in das Projekt der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern zur Optimierung des Wasserhaushaltes des Grambower Moores. Das Grambower Moor ist wirklich in allen Belangen ein besonderes Gebiet.

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